



Andi LeThürm, o.T. (aus der Serie „Natur in ihrer schönsten Form“, 2011)
Kamera- und Fotomuseum in Leipzig/Mölkau
Das Kamera- und Fotomuseum in Leipzig/Mölkau zeigt noch bis zum 30. Oktober 2011 die Ausstellung „Mein Leipzig - vor der Wende“ mit Schwarzweißfotografien von Gerhard Hopf.
Gerhard Hopf, der 1966 nach Leipzig kam, studierte an der Hochschule für Grafik und Buchkunst, wo er 1971 sein Diplom als Fotografiker ablegte und bis 1981 als künstlerischer Assistent im Fachbereich Fotografie tätig war. Als freiberuflicher Fotograf realisierte er dann sowohl eigene Arbeiten als auch Reportagen im Auftrag, beispielsweise für die LVZ oder die Leipziger Blätter.
Das Thema für die Ausstellung zum 65. Geburtstag des Fotografen ergab sich für den Kurator Andreas Mueller während der Sichtung der Arbeiten aus Hopfs Repertoire. Die sozialdokumentarischen Fotografien blicken auf ein Leipzig zwischen Melancholie und Aufbruchstimmung kurz vor der Wende zurück. Gerhard Hopf kommt aus der Amateurbewegung. Er bezeichnet sich selbst nicht als Künstler sondern als Fotograf, der versucht ein Bild des Ist-Zustandes einzufangen. Seine Intention, so Hopf, lag nicht vordergründig darin, Gesellschaftskritik zu üben, auch wenn die ausgestellten Arbeiten aus heutiger Sicht eine solche Interpretation durchaus zulassen würden. Die Fotografien zeigen das gewohnheitsmäßige Leben in der DDR und mit der „selbst auferlegten Schere im Kopf“, wurden die Makel mal mehr, mal weniger sichtbar, angepasst an Kontext und Auftraggeber.
Die Sammlung des Kamera- und Fotomuseums beherbergt insgesamt ca. 5.000 Kameras und 70.000 Fotografien, wobei der Schwerpunkt, so Andreas Mueller, auf künstlerischen und historischen Werken bekannter Fotografen liegt. Angesichts dieser Fülle an Material, kann in der ständigen Ausstellung nur ein Bruchteil dessen präsentiert werden. Den Besuchern wird anhand von ausgewählten Exponaten ein Überblick zur Geschichte der Fotografie und ihrer Verfahren geboten sowie eine historische Dunkelkammer gezeigt. Die Wechselausstellungen zu stilbildenden Fotografen, wie beispielsweise Karl Blossfeldt, August Sander, Jan Saudek oder Helmut Newton ergänzen den historischen Abriss und veranschaulichen dem Besucher die Entwicklung verschiedener Strömungen in der Fotografie.
Weitere Informationen unter: www.fotomuseum.eu
Von: Peggy Hempel/Sebastian Hühmer





